Beschreibung
Im Mobilitätsentwicklungskonzeptes (MEK) der Stadt Neuss wird eine Steigerung des Umweltverbundes auf insgesamt 75% aller zurück gelegten Wege bis 2035 angestrebt. Um dies zu erreichen gilt es den MIV-Anteil von derzeit 51% zu halbieren. Ein so ambitioniertes Ziel kann nur erreicht werden, wenn konsequente Restriktionen (Push-Faktoren: z.B. Kosten erhöhen, Zufahrtsbeschränkungen) und attraktive Angebote (Pull-Faktoren: Attraktive Alternativen, gut und sicher ausgebaute Radverkehrsinfrastruktur, attraktives ÖPNV-Angebot mit Sharingschnittstellen (Mobilstationen)) in einander greifen.
Die Ergebnisse aus der Erhebung aus 2023 zeigen mit nun 44% MIV-Anteil einen positiven Trend. Da Mobilität im Kopf anfängt ist eine klare Kommunikation des attraktiven Alternativangebots unabdingbar. Es muss auch einfach schneller und verlässlicher sein mit Bus/Bahn oder Rad ein Ziel zu erreichen als mit dem Auto. Gesundheitsaspekte und der Umweltgedanke sind leider erfahrungsgemäß noch kein Pullfaktor. Zu betonen ist hier das konsequente Umsetzen von Maßnahmen, andernfalls ändern Menschen ihr Verhalten nicht.

Handlungsschritte
- Attraktive Alternativen zum MIV mit Hochdruck ausbauen/einrichten: Mobilstationen (Carsharing, Bikesharing) (Federführung SWN)
- On-Demandverkehr, hierarchisches Radverkehrsnetz ausbauen und optimieren (Federführung SWN)
- Verkehrslenkung über Kosten: Parkraumkonzept umsetzen und die beschlossenen Preiserhebungen nochmals erhöhen sowie die erste Stunde kostenlos in den Parkhäusern aufheben; Kosten ÖPNV dauerhaft deutlich senken (Deutschlandticket)
- Neuverteilung von Flächen im öffentlichen Raum: Umgestaltungsprozesse im Bestand gilt es durch klare Zielsetzungen zu beschleunigen und deutliche Signale für die Aufenthaltsqualität zu setzen
weitere geplante Handlungsschritte:
- Planungsdogma verändern: bei Flächenkonkurrenzen zu Gunsten vom Umweltverbund entscheiden und die Entscheidungsträger hierbei einbinden
- Zielgruppenspezifisches Marketing, z.B. betriebliches Mobilitätsmanagement
